Was ist eigentlich Rechtsextremismus? Wie genau entsteht er? In welchen Bereichen tritt er auf? Und was kann man dagegen unternehmen? Diesen Fragen widmete sich eine Wanderausstellung des Beratungsnetzwerkes Hessen, die auch in Schulen im Rheiderland zu sehen war. Das Interesse an der Ausstellung war sehr groß.
Die Wanderausstellung war vom 14. August bis 4. September im Landkreis Leer zu sehen. Insgesamt sieben weiterführende Schulen im Kreisgebiet erhielten die Möglichkeit, ihren Schülern die Wanderausstellung zu zeigen, teilt Nore Viße, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, mit. Darunter waren auch die Oberschulen in Bunde und Weener. Das Interesse an der Ausstellung und den dort aufgezeigten Themen Antisemitismus, Antiziganismus und Rechtsradikalismus wurde seitens der Schulen mit ihren Schülern erarbeitet. Diese zeigten laut Viße insbesondere Interesse an den Themenbereichen rund um Mode, geheime Codes und Rechtsradikalismus im Netz.
Das zeigte sich auch an der Oberschule Weener. Rund 100 Schüler der 9. und 10. Klassen hatten sich hier die Ausstellung angeguckt und im Unterricht vor- und nachgearbeitet. „Die Ausstellung ist nah an der Lebenswelt der Schüler“, erzählt Schulsozialarbeiterin Susanne Theilen. An der OBS Weener gebe es auch sonst viele Berührungspunkte mit dem Thema Rechtsradikalismus und Antisemitismus. So gibt es die Friedhofs-AG, die sich aktiv für den Erhalt und die Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs in Smarlingen einsetzt.
Wird Ausstellung dauerhaft verfügbar?
„Es gab viel Lesestoff, um die Schüler thematisch auf die Ausstellung vorzubereiten“, erläutert Theilen. Dazu ging es auch um eine kritische Auseinandersetzung mit rechtsextremen Sichtweisen und Aussagen. „Wir haben uns im Unterricht mit rechter Gewalt auseinandergesetzt“, berichtet Schüler Ole Vry. Der 14-Jährige konnte der Ausstellung einiges abgewinnen. „Man hat gute Informationen bekommen.“ So habe er zum Beispiel nicht gewusst, dass bestimmte Modemarken mit rechtsextremer Gesinnung verbunden werden.
„Leider konnten nicht alle anfragenden Schulen die Ausstellung erhalten, da der Zeitraum für die Wanderausstellung durch den Verleiher ‚Beratungsnetzwerk Hessen – Demokratiezentrum Hessen‘ begrenzt war“, teilt Viße mit. In absehbarer Zeit wird nochmals mit den Schulen Rücksprache gehalten werden, inwiefern die Ausstellung gegebenenfalls dauerhaft in den Landkreis Leer und die Stadt Emden geholt werden kann.







