Jungs in Bewegung (RZ vom 22.12.2018)

Die Teilnehmer präsentierten stolz ihre Pokale. Alexander Deußen (links) erhielt zum Dank auch ein T-Shirt. Fotos: Hilbrands

»Jungs in Bewegung« geht nächstes Jahr weiter
»Das wollte keiner machen«

hil. Weener – 22. Dezember 2018

»Die Gewaltbereitschaft wird heutzutage immer größer«, berichtete Trainer Alexander Deußen aus Leer. Auch aus diesem Grund betreut er die Gruppe »Jungs in Bewegung«, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Weener, dem Verein TuS Weener und der Oberschule Weener ins Leben gerufen wurde.

Für den Trainer sei es besonders wichtig, den jungen Schülern bestimmte Werte zu vermitteln. »Sie sollen lernen, keine Gewalt einzusetzen und Respekt vor jeder anderen Person zu haben«, führt Deußen aus. Der Trainer selbst, der aus Weener kommt, ist als Sportler wohl bekannt. Er gewann dreimal den Weltmeistertitel im MMA-Superschwergewicht. Aktuell erteilt er beim SV Frisia Loga Karate-Unterricht und hat den siebten Dan. »Wir haben einen wirklich guten Trainer gefunden«, freute sich auch Angelika Janßen-Harms, die für die Stadtjugendpflege in Weener verantwortlich ist. »Wir haben die Aktion ins Leben gerufen, weil wir gehört haben, dass die Schüler über die Tische und Bänke gingen«, so Janßen-Harms. »Die Jungs können sich bei mir richtig auspowern«, erklärt Deußen die Aktion auch als Präventionsmaßnahme. Im Vorfeld sei es nicht so einfach gewesen, einen Übungsleiter zu finden. »Das wollte keiner machen, weil auch Problem-Kinder dabei sind«, so Deußen. Für ihn sei es aber eine Herzensangelegenheit. »Wenn jeder etwas mehr Mitgefühl hätte, hätten wir nicht so viel Gewaltbereitschaft«, ist sich der Trainer sicher.

In dieser Form gäbe es so eine Gruppe hier noch nicht, so Janßen-Harms. »Es soll ein zusätzliches Angebot sein. Der Bereich ist noch nicht abgedeckt«, so die Stadtjugendpflegerin. Deshalb sei der Name auch recht offen gehalten. Von Ballsportarten, Hindernislaufen oder Techniken aus der Bewegungslehre sei alles dabei. Es sei eben vor allem wichtig, dass sich die Kinder bewegen und dabei ihren Spaß haben. Auch Körperbeherrschung spiele eine wichtige Rolle in dem Alter. Sicherheitstraining werde den Jungs ebenfalls erteilt. Diese sind mit vollem Eifer bei der Sache und lernen auch einiges. »Es ist eine Win-Win Situation«, ist Janßen-Harms überzeugt. Und der TuS Weener habe ebenfalls Vorteile dadurch, immerhin konnte der Verein schon einige neue Mitglieder gewinnen.

Das Projekt startete im Februar diesen Jahres und soll jetzt verlängert werden. Nach den Winterferien trifft sich die Gruppe am Dienstag den 8. Januar. Ursprünglich sollten Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren angesprochen werden. »Wir haben das Spektrum aber erweitert, weil wir gemerkt haben, dass der Bedarf da ist«, erklärte Janßen-Harms. Jetzt sind die meisten Mitglieder zwischen zehn und elf Jahre alt.

Deußen zeichnete noch drei Teilnehmer aus, die am meisten Verantwortung gezeigt und auch beim Ab- und Aufbauen geholfen hatten. Darüber hinaus erhielt jeder noch eine Präsent-Tüte. Darin enthalten waren unter anderem ein T-Shirt und Pokal.

Quelle: Rheiderlandzeitung vom 22.12.2018 (http://rheiderland.de/)