Politikern auf den Zahn gefühlt (OZ vom 13.09.2017)

OZ-AKTION Oberschüler aus Weener haben sechs Bundestagskandidaten per Whatsapp-Chat interviewt.

Die Zehntklässler hatten die Wahlprogramme der Parteien studiert. Die Befragten zeigten sich beeindruckt.

WEENER – Insgesamt 18 Zehntklässler der Oberschule Weener haben Bundestagskandidaten im Wahlkreis Unterems eine Stunde lang per Whatsapp mit kritischen Fragen auf den Zahn gefühlt. Bei der OZ-Aktion dabei waren die sechs Vertreter der Parteien, von denen es am wahrscheinlichsten ist, dass sie im Bundestag vertreten sein werden: Aufgeteilt in Gruppen befragten die Jugendlichen Gitta Connemann (CDU), Markus Paschke (SPD), Harald Kleem (Grüne), Marion Terhalle (FDP), Bettina Kubiak (Die Linke) und Christoph Merkel (AfD). Eine Auswahl der Fragen und Antworten ist auf dieser Seite nachzulesen.

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Schüler erleben die „Faszination Technik“ (OZ vom 23.08.2017)

BILDUNG M+E-Info-Truck des Arbeitgeberverbandes Nordmetall macht zurzeit Station in Weener

Die Mädchen und Jungen der 9. und 10. Klassen der Oberschule können sich über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektro- Industrie informieren. Vor Ort sind auch Azubis der Papenburger Meyer- Werft – sie berichten über ihre Ausbildung.
VON C. AMMERMANN

WEENER – Unterricht der etwas anderen Art erleben zurzeit Schüler der Oberschule Weener: Auf Initiative der Papenburger Meyer-Werft steht auf dem Schulhof an der Floorenstraße seit Montag der M+E-Info-Truck des Arbeitgeberverbandes Nordmetall. Die Mädchen und Jungen der 9. und 10. Klassen der Oberschule können sich auf zwei Ebenen im Truck über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektro-Industrie informieren. Vor Ort sind auch Azubis der Papenburger Meyer-Werft – sie berichten über ihre Ausbildung. „Das ist eine spannende Sache. Wir könnten uns vorstellen, einen technischen Beruf zu erlernen“, sagten die Schülerinnen Alexandra Möhlmeier, Celine Niemann und Lea Wirth. Sie nutzten am Dienstag die Gelegenheit und informierten sich über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten – und sie suchten auch das Gespräch mit Azubis der Meyer-Werft. Die gewährten den Jugendlichen einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag. „Mit Materialien und mit Maschinen zu arbeiten ist sicherlich interessanter als eine Tätigkeit im Büro“, sagte Alexandra Möhlmeier.

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Neue Schule, neue Lehrer, neue Fächer (RZ vom 05.08.2017)

98 Fünftklässler wurden in Weener gestern offiziell begrüßt

WEENER. Sie sind jetzt Teil der Schulgemeinschaft an der Oberschule in Weener. »Gestaltet das Leben hier mit«, sagte Schulleiter Dirk Kaiser in seiner Begrüßung gestern Vormittag in der Aula der Oberschule vor den 98 neuen Fünftklässlern. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Bläserklasse begleitet. »Vermutlich seid ihr etwas aufgeregt«, sagte Schulleiter Dirk Kaiser mit einem Lächeln im Gesicht. Das sei aber ganz normal, beruhigt er die Neulinge. Die neuen Fünftklässler erwarten neue Lehrer und neue Fächer. Auf dem Stundenplan stehen aber weiterhin Mathe und Deutsch, aber an der Oberschule könnten die Schüler sich auch in vielen Arbeitsgemeinschaften (AGs) ausprobieren, warb Kaiser für die vielfältigen Angebote. Dirk Kaiser rief die neuen Fünftklässler dazu auf, das Leben an der Oberschule mitzugestalten. Als »Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage« werde besonders auf den vernünftigen Umgang untereinander Wert gelegt. »Uns ist es wichtig, jeden so zu nehmen, wie er ist.« Als Ansprechpartner stellte Kaiser die gesamte Schulleitung, die Hausmeister, Schulsozialarbeiterin sowie die Schulsekretärin auf der Bühne den neuen Fünftklässlern vor.

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Theater im Container berührte Schüler (OZ vom 16.08.2017)

VERANSTALTUNG Auftakt zu Aktionstagen zur Flucht und Migration im Hafen von Weener

VON TATJANA GETTKOWSKI

WEENER – Es ist dunkel, die Luft ist stickig. Dicht gedrängt sitzen die Schüler der Oberschule Weener auf schmalen Bänken. Bequem geht anders. Doch bei dieser Theateraufführung gibt es ganz bewusst keinen Komfort. Ein Überseecontainer ist der ungewöhnliche Spielort für ein ebenso ungewöhnliches Theaterprojekt. „Passworte – wie Belal nach Deutschland kam“ heißt die Inszenierung des Theaters „Lokstoff“. Die Aufführungen gehören zum Programm der sozio-kulturellen Aktionstage am Hafen von Weener, die sich noch bis Mittwoch auf vielfältige Weise mit dem Thema Flucht und Migration beschäftigen. In dem Zwei-Mann-Stück erleben die Zuschauer die Anhörung aus der Perspektive eines „Einzelentscheiders“ vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

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Abschied fällt Schülern und Lehrern schwer (OZ vom 17.06.2017)

Die Oberschüler des 10. Jahrgangs der Oberschule Weener erhielten am Vormittag ihre Realschulabschlüsse.

ENTLASSUNGSFEIER 108 Jugendliche von der Oberschule Weener erhielten gestern ihre Abschlusszeugnisse. Die Feiern der Real- und Hauptschulabsolventen wurden umrahmt von verschiedenen Sketchen, Musik- und Gesangsbeiträgen.

WEENER – Für 108 Jugendliche der Oberschule Weener ging gestern ein Lebensabschnitt zu Ende: Die Haupt- und Realschulabsolventen erhielten gestern von ihren Klassenlehrern bei der feierlichen Schulentlassung in der Aula ihre Abschlusszeugnisse. „Ihr wart ein ganz besonderer Jahrgang: Ihr habt uns gefordert, überrascht und uns ein begeistertes Lächeln ins Gesicht gezaubert“, lobte Schulleiter Dirk Kaiser bei der Entlassfeier des 10. Jahrgangs am Vormittag die Schüler. Er appellierte an die Jugendlichen, sich Ziele für den neuen Lebensweg zu setzen und sich von Steinen, die ihnen in den Weg gelegt werden, nicht beirren zu lassen. „Stellt Euch den Herausforderungen. Denn mit jeder gemeisterten werdet Ihr noch ein wenig stärker“, gab Kaiser ihnen mit auf den Weg.
Lob für den Schulleiter gab es auch von den Schülervertretern. „Seine Tür stand immer offen, wenn wir Probleme hatten“, sagte Schülervertreter René Severins. Die Klassen bedankten sich bei ihren Klassen- und Fachlehrern für ihre Geduld und Beharrlichkeit. „Aber eigentlich kann kein Geschenk zurückgeben, was Sie uns gegeben haben“, sagte eine Schülerin. Für die Feier hatten die Jugendlichen Sketche sowie Gesangs- und Pantomimeeinlagen vorbereitet, bei denen sie auf der Bühne einen Einblick in die vielfältigen Talente gaben. Am Abend fand die Entlassfeier für die Schüler statt, die an der Oberschule ihren Hauptschulabschluss gemacht haben. Das einfallsreiche und humorvolle Programm brachte Eltern, Mitschüler und Lehrer zum Lachen und Staunen. Tosenden Applaus erhielt Adnan Ergin vom Publikum für sein Medley, das er unter anderem auf Spanisch, Albanisch, Arabisch und Persisch sang.

Quelle: Ostfriesen-Zeitung vom 09.05.2017 (http://oz-online.de/)

Politikerpaten: Feuerwehr-Debatte wird zum »Störfeuer« (RZ vom 22.06.2017)

Die »Patenkinder« und ihre Paten, von links: Patin Hildegard Hinderks, Bürgermeister Ludwig Sonnenberg, im Hintergrund Dirk Kaiser, Leiter der Oberschule Weener, in der Bildmitte Pate Helmut Geuken, vierte von rechts Patin Johanne Pastoor, neben ihr Pate Gerrit Dreesmann und Lehrerin Katrin Daalmeyer von der Förderschule Weener.

Feuerwehrbedarfsplan für Stadt Weener schließlich mit einer Gegenstimme verabschiedet.
Es gibt Politiker, Politikerpaten und Politikpatenkinder in Weener. 22 Schülerinnen und Schülern wollte Bürgermeister Ludwig Sonnenberg am Dienstag ihre Zertifikate für die Teilnahme am Politikpaten-Projekt überreichen.
Von Michael Hoegen
WEENER. Nicht alle Jugendlichen waren da, und auch der Rat war nicht vollzählig im Saal des Hotels »Am Rathaus« vertreten. Dabei vermittelten die 26 Ratsmitglieder im Saal unter dem Strich betrachtet nicht gerade die beste Vorstellung von dem, was inhaltliche Arbeit in der Kommunalpolitik eigentlich ausmachen sollte. Auch wer nicht in die Debatte eingreift, beeinflusst sie. »Die meisten aktiven Politiker unseres Landes sind ehrenamtlich auf kommunaler Ebene tätig und opfern ihre Zeit«, so Bürgermeister Ludwig Sonnenberg. Dabei dürfen Jugendliche schon ab 16 auf kommunaler Ebene wählen – »sie wissen mit diesem Wahlrecht oft nichts anzufangen.« Sinn des Paten-Projektes, wobei fünf Ratsmitglieder die Patenrolle übernehmen, ist es, »Politik erlebbar und verständlich zu machen. «Dazu gehört für die Jugendlichen auch, in Ratssitzungen als Zuhörer dabei zu sein. Und was sie zu Beginn der letzten Sitzung des Stadtrates zu hören bekamen, dürfte nicht gerade dem nach wie vor aktuellen Trend der Politikverdrossenheit entgegengewirkt haben. Es ging um die Verabschiedung des Feuerwehrbedarfsplan. Die Politik war und ist sich eigentlich einig darüber, dass dieses Konzept nur zu begrüßen ist. Die Ausnahme bilden Ratsherr Dieter Weber (UWG), der nicht an der Ratssitzung teilnahm, und Heinrich-Friedrich Holtkamp, Ratsherr der Sozialen Fraktion. Für Einzelratsherr Holtkamp, »Fraktion« ist bei ihm nur ein Namensbestandteil, ist das 190 Seiten starke Konzept »ein zusammengerührter Quark«. Die Feuerwehr ist nach seiner Ansicht zu gut ausgestattet (»wir sind überrüstet«) und sollte zentralisiert werden. »Wer meint,dass wir sechs Feuerwehren haben müssen, der täuscht sich gewaltig.«

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Oberschüler auf Spurensuche für »Stolperstein«-Aktion (RZ vom 27.05.2017)

Recherche im RZ-Archiv: Arbeitsgemeinschaft sammelt Information über die jüdischen Familien Grünberg und Weinberg
hsz WEENER. Die Oberschule Weener trägt seit 2015 den vom Niedersächsischen Kultusministerium verliehenen Titel »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage«. Dass dieser Titel nicht nur auf dem Papier steht, zeigen sieben Jugendliche, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Geschichte jüdischer Familien aus Weener befassen. Mit ihrer Lehrerin Sabrina Koetsier hat die Schülergruppe nun die Rheiderland Zeitung besucht, um im Archiv nach Hinweisen zu suchen. Die Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 stöberten in alten RZ-Ausgaben aus den 1920er und 1930er Jahren, um weitere Informationen über die Familien Grünberg und Weinberg zu sammeln.

Damit unterstützen sie den Arbeitskreis, der die Verlegung von »Stolpersteinen« durch den Künstler Gunter Demnig aus Frechen bei Köln vorbereitet. Demnig war am 17. Oktober 2016 erstmals nach Weener gekommen, um im Gehweg vor der Buchhandlung Klinkenborg in der Neuen Straße sieben Gedenktafeln aus Messing einzulassen. Dort hatte während der NS-Gewaltherrschaft die jüdische Familie van der Zyl gewohnt. Die »Stolpersteine« sollen an den letzten selbstgewählten Wohnsitz von Holocaust-Opfern erinnern. Der Arbeitskreis wandte sich an Schulleiter Dirk Kaiser, um junge Menschen in das Projekt einzubinden – mit Erfolg. Die Arbeitsgemeinschaft der Oberschule, ein freiwillig wählbares Nachmittagsangebot, habe das Ziel, »nicht in der Geschichte verhaftet zu bleiben, sondern sie mit der Gegenwart zu verbinden«, erklärte Lehrerin Sabrina Koetsier. Das Projekt »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« werde von Schülern getragen, die Lehrer seien »nur Begleitpersonen«, betonte sie. Die Beteiligung an der »Stolperstein«-Aktion sei »gelebte Demokratie von unten«.

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Häftling 116.927 (RZ vom 08.04.2017)

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg sprach mit Oberschülern in Weener über sein Leben.
Albrecht Weinberg erzählt Schülern von seinen Erlebnissen, um die Erinnerung an die schrecklichen Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Von Tim Boelmann
WEENER. 116.927 – diese Zahl erinnert Albrecht Weinberg aus Rhauderfehn jeden Tag an die schlimmste Zeit seines Lebens. Im Konzentrationslager Auschwitz wurde ihm 116.927 als Häftlingsnummer auf den Arm tätowiert – an Adolf Hitlers Geburtstag. Im KZ ging es für den Ostfriesen ums nackte Überleben. »Man ist wie ein Tier geworden«, erzählt der heute 92-Jährige. Die Oberschüler des neunten und zehnten Jahrgangs hören dem Zeitzeugen in der Aula still und gebannt zu. »Über Nacht war alles anders«, sagt Albrecht Weinberg mit Blick auf die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Albrecht Weinberg verstand die Welt nicht mehr. Seine Familie und er waren Deutsche, nur mit jüdischem Glauben, wie er erzählt. Seine Mutter wurde in Jemgum geboren. Dochdas spielte alles keine Rolle mehr. »Die Nazis diskriminierten uns von Tag zu Tag immer mehr«, sagt er mit ruhiger Stimme. Mit der Zeit gab es immer mehr Gesetze gegen Juden, berichtet Weinberg. 1936 kam der damals Elfjährige bei Verwandten in Leer unter und besuchte die Jüdische Schule an der Ubbo-Emmius-Straße. Die Lehrer wurden später verhaftet, die Schule geschlossen. »Es wurde immer schlimmer«, sagt der Zeitzeuge. So erhielten Juden nur die Hälfte an Lebensmittelmarken. »Man wollte uns verhungern lassen«. Ab 19 Uhr durften keine Juden mehr auf den Straßen unterwegs sein. Sie mussten den Judenstern tragen. Synagogen wurden niedergebrannt – auch in Weener, nannte Weinberg einige Beispiele.

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